ADAC Racing Weekend Oschersleben
ADAC 
Historic Cup Ost

Einleitung – Zwischen Siegchance und Sekundenstrafe

Nach dem Erfolg am Nürburgring ging es für mich Anfang August auf meine absolute Lieblingsstrecke: Oschersleben.
Schon beim Reinfahren in die Boxengasse wusste ich – das hier wird besonders. Die Motorsport Arena liegt mir einfach: technisch, flüssig, anspruchsvoll. Hier habe ich mein erstes Podium gefeiert, und diesmal wollte ich zeigen, dass ich ganz vorn hingehöre.

Freies Training  
Einrollen mit Fokus

Die Sonne brannte leicht auf den Asphalt, die Strecke war griffig, und ich fühlte mich sofort wohl im Auto. Das freie Training nutzte ich, um Rhythmus aufzubauen, Bremspunkte zu prüfen und das Fahrwerk fein abzustimmen.
Mit Platz 4 und einem Rückstand von 6,4 Sekunden auf den Führenden war klar: das Grundtempo stimmt, aber da geht noch mehr. Der Estonia lief sauber, keine technischen Sorgen – die Basis war gelegt.

Zeittraining  
Sekundenkrimi bis zum Schluss

Schon beim Rausfahren ins Qualifying war die Spannung greifbar. Ich hatte ein gutes Gefühl, das Auto lag perfekt.
Runde um Runde drückte ich die Zeiten nach unten – und stand plötzlich oben auf der Liste. Doch dann schlug Nils-Holger Wilms zurück. Zweimal unterbot er meine Bestzeit, ich konterte. Erst in der allerletzten Runde nahm er mir mit einem Wimpernschlag die Pole.

Mit Startplatz 2 und nur 1,2 Sekunden Rückstand war ich trotzdem überglücklich – es war ein echter Schlagabtausch bis zur letzten Sekunde. Das versprach ein heißes Rennen.

Rennen 1  
Angriff, Kontrolle, Podium

Samstagnachmittag, Sonne, perfekte Bedingungen. Beim Start kam ich gut weg und klebte dem Führenden direkt im Heckflügel. Jede Kurve, jeder Ausgang – ich war da. Ich sah, wo er früh bremste, wo er leicht quer kam. Und ich wusste: Wenn ich dranbleibe, ist er irgendwann fällig.

Doch nach der halben Renndistanz entschied ich mich anders – das Risiko war zu hoch. Das Auto fühlte sich zwar großartig an, aber mit großem Abstand nach hinten wollte ich die Punkte sicher ins Ziel bringen.

Ich nahm leicht Gas raus, fuhr kontrolliert zu Ende – und holte mir einen souveränen zweiten Platz. Mit einer 1:35,281 setzte ich die schnellste Rennrunde und bewies mir selbst, dass die Pace für den Sieg da ist. 12,5 Sekunden hinter dem Ersten, aber ganze 27 Sekunden vor Platz 3 – das war Dominanz auf meine Art.

Rennen 2  
Regen, Risiko und Reue

Sonntagmorgen, die Strecke nass, das Thermometer im Keller – eigentlich mein Revier. Schon in der Startaufstellung tropfte das Wasser auf das Visier, und ich dachte: Perfekt. Jetzt bin ich dran.

Doch dann: Fehlstart. Durchdrehende Räder, kaum Traktion – eine Position verloren. In Kurve 3 holte ich sie mir mit einem mutigen Manöver zurück und setzte alles auf Angriff. Das Auto fühlte sich jedoch anders an als erwartet – das Fahrwerk war zu hart für die Bedingungen, ich bekam die Leistung nicht richtig auf den Boden.

Trotzdem gelang mir ein Überholmanöver auf den Führenden – spät auf der Bremse, innen rein, kurz blockierende Räder, aber sauber vorbei. Ich war vorne!

Und dann kam die Full Course Yellow.
Im Helm das große Fragezeichen: Habe ich noch vor Gelb überholt oder schon danach? Ich wollte kein Risiko eingehen, also ließ ich ihn nach dem Restart wieder vorbei. Ein Fehler, wie sich später herausstellte – das Manöver war sauber gewesen.

Ich wollte ihn mir zurückholen, doch es kam, wie es kommen musste: In einer Kurve zog er spät zu, ich war schon daneben, wir berührten uns am Hinterrad – beide drehten sich synchron. Ich fing das Auto ab, sortierte mich, fuhr weiter, kassierte eine 5-Sekunden-Strafe – die aber am Ergebnis nichts änderte.
Platz 2 blieb meiner. 15 Sekunden vor Platz 3 – aber es fühlte sich diesmal anders an.

Fazit 
Zwischen Stolz und Selbstkritik

Oschersleben war wieder ein Highlight – und gleichzeitig eine Lehrstunde. Ich liebe diese Strecke, ihren Rhythmus, ihren Flow. Nach dem ersten Rennen war ich euphorisch – im zweiten spürte ich, dass Erfahrung manchmal wichtiger ist als Attacke.

„Im Nachhinein weißt du es immer besser. Aber im Auto, unter Adrenalin, trifft man Entscheidungen aus dem Bauch – und genau das macht Rennfahren so ehrlich.“

Trotz allem bin ich stolz: Zwei zweite Plätze, schnellste Rennrunde, starke Pace – und nur ein Punkt Rückstand auf den Meisterschaftszweiten.
Der Estonia lief perfekt, das Team arbeitete fehlerfrei, und mein Vater – mein Teamchef – hatte wieder den richtigen Riecher.

Als ich nach dem zweiten Rennen in die Box rollte, sah ich ihn lächeln – und da wusste ich: Trotz allem war das ein großartiges Wochenende.

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