Saisonfinale im Autodrom Most
ADAC Historic Cup Ost

Einleitung – Zwischen Schraubenschlüssel und Siegertreppchen

Das große Saisonfinale in Most – kalte Luft, grauer Himmel, und die Meisterschaft noch völlig offen.
Vor dem Wochenende trennten mich nur einen Punkt vom Zweitplatzierten Tobias Worm – und 22 Punkte vom Führenden Nils-Holger Wilms. Mit zwei Rennen und maximal 40 Punkten auf dem Tisch war noch alles möglich. Die Spannung war greifbar – jeder wusste: Ein Ausfall, und alles kann kippen.

 Freies Training
 Technik-Drama statt Trainingsruhe 🔧

Schon im Freien Training gelang mir mit einer 1:50.550 eine starke Zeit – Platz 2 hinter Nils-Holger Wilms. Doch beim Zurückrollen in die Box sah mein Vater sofort das Malheur: Getriebeölverlust. Und als wäre das nicht genug, lief auch noch Kühlwasser aus.
Die Diagnose: vermutlich der Simmering an der Getriebeeingangswelle. Das bedeutete – Motor und Getriebe trennen. Unmöglich bis zum Zeittraining. Also improvisierten wir, dichteten alles ab, was ging. Dann kam der nächste Schock: Der neue Ausgleichsbehälter war nicht dicht. Nur noch 45 Minuten bis zum Start!
Mein Vater schraubte, ich zog mich um – im allerletzten Moment lief der Motor. Wir hatten’s geschafft. 💪

⏱️ Qualifying 
Sekundenkrimi bis zur letzten Runde

Trotz allem fuhr ich ein starkes Qualifying. Nach ein paar fehlerhaften Runden sah ich an der Boxenmauer: Platz 1 – halbe Sekunde Vorsprung. Ich wusste, da geht noch was.
Eine letzte Runde, alles oder nichts – 1:44,803, neue Bestzeit! Doch kaum war ich aus dem Auto, kam der Schlag: Nils-Holger-Wilms unterbot mich um 0,1 Sekunden.               Wieder Platz 2, aber ich hatte ihn unter Druck gesetzt – und das zählte.
Abends zerlegten wir das Auto komplett, trennten Motor und Getriebe. Mit Onkel Jörg Koitsch, Vater Gerd Koitsch und Rennkollege Jens Kaute bastelten wir bis tief in die Nacht ein Provisorium – halb Mechanik, halb Hoffnung. Um Mitternacht war alles wieder zusammengebaut.

🌧️ Samstag 
Reifenpoker und Triumph

Am Rennmorgen: leichter Regen, feuchte Strecke. Die große Frage – Slicks oder Regenreifen?
Viele setzten auf Regenreifen. Mein Bruder Toni, selbst ehemaliger Meister, beobachtete die Strecke und entschied:

„Slicks. Wenn’s trocken bleibt, bist du hinten raus unschlagbar.“

Ich vertraute ihm. Nur Nils und ein weiterer Fahrer machten das Gleiche. Schon in der Einführungsrunde drehte sich Nils vor mir – ein Warnsignal.
Der Start war ruhig, die Strecke rutschig. Ich überholte noch in Runde 1 außenherum in einer langen Linkskurve und setzte mich sofort ab. Runde um Runde baute ich meinen Vorsprung aus – 2 bis 3 Sekunden pro Runde.

Nach 20 Minuten: Sieg mit 32 Sekunden Vorsprung! 🏆
Schnellste Runde mit 1:48,088, fast drei Sekunden schneller als der Rest. Pure Freude, pure Erleichterung. Ich war nun Vizemeister – und der Titel war plötzlich greifbar.

🌧️ Sonntag
 Showdown im Regen

Das Finale. Pole Position. Und kurz bevor die Startampel anging – Regen.
Alle auf Slicks, keiner konnte mehr wechseln. Die Ampel sprang an – und wir starteten in eine Rutschpartie.
Kurve 1: Ölspur von einem Tourenwagen. Ich konnte die Führung halten, doch wenige Kurven später rutschte ich mit zwei Rädern auf die Wiese – Schreckmoment! Das Auto blieb heil, ich konnte weiterfahren.
In Runde 2 dann ein Dreher – 360 Grad, aber ich blieb auf der Strecke und verlor keine Position. Ab da lief’s wie am Schnürchen. Runde für Runde wuchs mein Vorsprung.

Nach 12 Runden fuhr ich überglücklich über die Ziellinie – Sieg! Über 1 Minute Vorsprung! 😱
Nils kämpfte mit Kupplungsproblemen und kam nur auf Platz 4, was ihm aber trotzdem den Titel sicherte.

Fazit 
🏆 Saisonfazit – Vom Rookie zum Vizemeister

Ich – in meiner allerersten Saison – Vizemeister in der Formel Mondial bis 1600ccm.
Drei Siege, zwei zweite Plätze, ein dritter Platz, zwei vierte – kein Ausfall, keine Aufgabe, pure Konstanz.
Das Gefühl? Unbeschreiblich.
Ich bin stolz auf mein Team, auf meinen Vater, auf alle, die mich unterstützt haben. Ohne euch wäre das nie möglich gewesen.

Nick Koitsch Motorsport – das war 2025.
Wir kommen wieder. Und wir kommen stärker zurück. 💪🔥

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